Huach zua – Folge 15: Krise. Hilfe. Menschlichkeit.
Shownotes
Zu Gast in Folge 15
Cornelia Forstner, MA MSc, DSA Leiterin der Koordinationsstelle KIT-Land Steiermark Diplomsozialarbeiterin
Themen dieser Folge
- Aufgaben und Struktur von KIT Land Steiermark
- Krisenintervention bei Unfällen, Bränden und Katastrophen
- Hilfe für Angehörige und Hinterbliebene
- Unterstützung für Einsatzkräfte nach belastenden Einsätzen
- Umgang mit Trauer und Schock
- Warum schnelle Trostworte oft nicht helfen
- Stressreaktionen nach belastenden Ereignissen
- Psychosoziale Akutversorgung
- Nachbesprechungen und SvE
- Warum Zuhören oft wichtiger ist als Reden
- Hilfe annehmen als Stärke
Zitate, die hängen bleiben
„Wir haben keine Delete-Taste.“
„Das heißt, wir können nix vergessen.“
„Es gibt Einsätze, die enden eben nicht mit dem Abrücken der Einsatzkräfte.“
„Man kann und darf auch den Menschen das Leid nicht weg nehmen.“
„Unser Gehirn braucht Erklärungen.“
„Psychosoziale Akutversorgung ist Basisversorgung.“
„Es ist nicht meine Lebensgeschichte.“
„Meine Aufgabe ist für die da zu sein, die weiterleben.“
„Bitte einmal zu viel anfordern als zu wenig.“
„Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche.“
„Wir Menschen, wir sind ganz schlechte Hilfe Holende.“
„Es ist jemand für mich da, es kommt Hilfe, es kommt Unterstützung, ich bin nicht alleine.“
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„Huach zua.“ – Die steirischen Feuerwehrnachrichten.
Transkript anzeigen
00:00:07: Die steigischen Feuerwehrnachrichten.
00:00:09: Für dich
00:00:09: immer nah dran, kurzweilich und informativ!
00:00:15: Wir haben keine Deleterste.
00:00:17: Das heißt wir können nichts vergessen.
00:00:19: Manches Mal erleben wir eher nach außen gekehrte Menschen die Klagen schreien weinen.
00:00:25: Wir kennen diese Sätze ja im Sinne von jetzt stöde nicht so an oder jetzt musst du stark sein.
00:00:31: oder manchmal meint man auch Tröstende Worte wären doch hilfreich im Sinne, in einem Jahr bis zehn wird alles wieder gut oder besser
00:00:39: sein.
00:00:41: Tja!
00:00:41: Alles wird eben nicht gleich immer gut.
00:00:44: Diese leidvolle Erfahrung müssen auch wir Einsatzkräfte oft machen.
00:00:47: und damit herzlich willkommen zu Ausgabe fünfzehn von Hoch zur Sack-Gregwall-Fahrtel.
00:00:54: Es gibt Einsätze die enden eben nicht mit dem Abbrücken der Einsatzkräften.
00:00:58: manchmal beginnt die eigentliche Ausnahmesituation erst danach wenn ein Unwetter Hab und Gut vernichtet hat, wenn nach einem schweren Unfall einen Brand oder einer Katastrophe jemand verstorben ist.
00:01:10: Und Angehörigeine schreckliche Nachrichten gegennehmen müssen, wenn plötzlich nichts mehr ist wie es vorher war.
00:01:16: Genau dort beginnt die Arbeit von Kittland-Steiermark dem Kriseninterventionstim des Landes.
00:01:23: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten Menschen in den schwierigsten Momenten ihres Lebens.
00:01:27: Und sie sind auch für uns Einsatzkräfte da, wenn belastende Einsätze Spuren
00:01:32: hinterlassen.".
00:01:33: In dieser Folge von Hurcht zuerst spricht Tom Meyer mit Cornelia Forstner der Leiterin vom KIT Land Steuermark – es geht um Krisen!
00:01:40: Es geht um Menschlichkeit und es geht darum den richtigen Umgang mit herausfordernden Situationen und Trauer und auch darum warum Zuhörn oft wichtiger ist als jedes schnelle Trostpflaster Ein Gespräch über Einsätze, die lange Nachwirk und über Menschen, die genau dann da sind wenn andere nicht mehr weiter wissen.
00:01:58: Und wie gesagt das gilt auch für uns im oft-nicht immer einfachen Feuerwehrdienst.
00:02:03: Übrigens sind die Kit-Einsätze in dem heutigen Jahr um mehr als ein Viertel gestiegen!
00:02:19: Ja, mein Name ist Cornelia Forstner.
00:02:22: Ich bin die Leiterin der Koordination Stelle Krisenintervention.
00:02:25: Bin Sozialarbeiterin vom Grundberuf und habe in vielfältigsten Feldern mit Menschen in Krisen zu tun gehabt und schlussendlich jetzt auch noch zu tun ob das in meiner beruflichen Laufbahn in der Kinder- und Jugendhilfe war, an einer Bezirksverwaltungsbehörde wo ich mit sehr vielen Familien zu tun hatte oder in die Kinder-und-Jugendanwaltschaft.
00:02:50: Und schlussendlich bin ich aber in der Fachabteilung Katastrophenschutz- und Landesverteidigung gelandet.
00:02:57: Ich habe mich schon damals ehrenamtlich engagiert, hab selber die Ausbildung zur psychosozialen Akutbetreuerin gemacht.
00:03:09: dieses Feld oder in diesem Feld hauptberuflich tätig sein, der Koordinationstelle.
00:03:16: Dann, was mache ich noch?
00:03:17: Ich bin Lehrende und Vortragende an der FH Joa Neum im Studiengang Soziale Arbeit.
00:03:23: Auch zu dem Thema Krisenintervention in Bachelor-Lehrgangen und auch zum Themenfeld Supervision und Reflexionstechniken.
00:03:32: Auch hier habe ja Ausbildung gemacht in Supervision, Coaching & Organisationsentwicklung.
00:03:37: Allerdings hat auch mein Tag nur vierundzwanzig Stunden und so ist es mir momentan nicht möglich in all diesen Feldern so umfassend tätig zu sein!
00:03:47: Wie erklärst du eigentlich jemanden deinen Job, der noch nie von Kittland-Steilmark gehört hat?
00:03:53: Also gleich zu Beginn fallen mir mal sehr viele Begrifflichkeiten ein.
00:03:57: vielfältig, facettenreich für die Menschen sehr wertvoll.
00:04:03: Man kann sich das so vorstellen dass mein Arbeitsbereich sehr viele Facetten von den hellen und bunten Facetten bis hin zu sehr vielen schattenreichen oder auch dunklen Facetten des Lebens beinhaltet.
00:04:17: also ein sehr umfassendes Aufgabenfeld.
00:04:20: aber das wichtige daran ist es wir oder dass ich in der Koordination stelle mit meinem Team gemeint dafür Sorge trage, dass bestmögliche Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden.
00:04:33: Dass wir alles Notwendige und Nötige tun damit ein ehrenamtliches Team das sind rund vierhundertzwanzig Ehrenamtliche Kitmitarbeiterinnen psychosoziale Akutbetreuerinnen für Menschen in akuten Notsituationen da sind, und da gibt es eine gesetzliche Grundlage auf der einen Seite.
00:04:53: Auf der anderen Seite aber auch fachliche Richtlinien die von einer Plattform Österreich weit immer überarbeitet und am aktuellen Stand gehalten werden – diese gilt es umzusetzen!
00:05:07: Und so bunt ist dieses Aufgabenfeld Auswahl an Ehrenamtlichen über die Aus- und Fortbildung dieser Menschen, die sich engagieren wollen für andere in Not.
00:05:22: kann man sagen vor dem Einsatzgeschehen schon sehr vieles zu tun.
00:05:27: Während des Einsatzgeschaehens, dass diese Arbeit qualitätsvoll durchgeführt werden kann, da geht es auch darum für die Ausrüstung zu sorgen, diese zu beschaffen.
00:05:38: Da geht's darum Netzwerke zu spannen mit den anderen Einsatzorganisationen immer wieder im Austausch zu... sein, dass Aufgaben klar sind.
00:05:50: Dass die Bereiche klar sind wer hat was wie zu tun um diese Zusammenarbeit bestmöglichst zu gestalten.
00:05:57: Da geht es aber dann auch darum einen fachlichen Hintergrunddienst sicherzustellen das die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen immer zugreifen können auf ein Backoffice wenn zum Beispiel Verantwortung zuteilen ist oder wenn finanzielle Fragestellungen auftauchen im Einsatz geschehen Um... Und es gilt natürlich auch die Motivation aufrecht zu erhalten für die einzelnen Kit-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich in unterschiedlichen Funktionen engagieren.
00:06:29: Da gibt's jene, die als Bezirkskoordinatorin engagieren oder jene die ganz speziell für die Aufgaben oder die Methodik das Angebot für die Einsatzkräfte da sind.
00:06:42: Da gibts diejenigen, die auch für Einsatzleiterfunktionen... ausbilden lassen.
00:06:48: Da gibt es diejenigen, die am Kit-Telefon unterwegs sind und dann haben wir noch welche, die sich in der Gewaltambulanz anbieten.
00:06:57: Hier sieht man schon die Vielfalt auch hier.
00:06:59: Alle brauchen gewisse Ausbildungen, Fortbildungen und das Wichtige ist auch hier in der Koordination Stelle Anerkennung Motivation aufrecht zu erhalten, habe ich schon genannt im Sinne auch von einem Wissensmanagement Informationen, Neuerungen weiterzutransportieren.
00:07:21: Da werden monatliche Kid-News gestaltet damit man nicht nur in den einzelnen Bezirken sondern auch steiermarkweit erfahren kann welche Herausforderungen gemeistert wurden wie viele Einsätze abgedeckt wurden.
00:07:36: ja und so gibt es dann eben auch das danach, und das danach ist ja schon immer vor dem nächsten Einsatz.
00:07:44: Hier gilt es auch Einsätze nachzubesprechen für die Gesundheitshaltung der eigenen Kit-Mitarbeiterinnen Sorge zu tragen, Teamabende also persönliches aufeinandertreffen zu ermöglichen.
00:07:57: vielleicht Ist das noch eine gute Beschreibung oder so kann man sich das auch besser vorstellen?
00:08:02: Im Kriseninterventions- them haben wir ja keine Ortstellen, oder keine Stützpunkte.
00:08:07: Das heißt in der Koordinationstelle in meiner Aufgabe liegt es auch Möglichkeiten der Begegnungen Orte, der Begebnungen Zeiten und der persönlichen Begehnungen zu schaffen damit die Verbundenheit zur Organisation, zur Tätigkeit und auch unter den Menschen gut... Ja, sichtbar und gewährleistet werden kann.
00:08:29: Du hast ja in deiner Beschreibung das Board akut Situationen aufgegriffen – da möchte ich gerne gleich einhaken – was sind so diese typischen Situationen, in denen ihr vom Kit-Landsteiermark gebraucht werdet?
00:08:42: Ja, also in der Öffentlichkeit sind meistens die Ereignisse sichtbarer, wo Katastropheneereignisse passieren.
00:08:52: Wo komplexe Betreuungslagen sind.
00:08:55: Meist bei Naturkatastrophen zum Beispiel oder eben auch bei sicherheitspolizeilichen Situationen wie nach der Amokfahrt in Graz und dem Skolschutting im letzten Jahr.
00:09:07: Also wir sprechen immer von plötzlichen und unerwarteten Ereignissen, die passieren.
00:09:13: Dann kommen wir im Einsatz sogenannte traumatische Eregnisse mit denen Menschen konfrontiert sind.
00:09:22: Jedoch sind das eher Situationen, die man vielleicht in der Öffentlichkeit auch mehr wahrnimmt.
00:09:29: Allerdings haben wir sehr viele Einsätze wo Katastrophen im diesem Sinne passieren dass sie eine Familie betreffen.
00:09:38: also auch hier gibt es die Ereignisse wie zum Beispiel ein Verkehrsunfall einen Arbeitsunfall ein Freizeitunfall wo jemand plötzlich verstirbt oder auch wenn jemand einen medizinischen Notfall hat und Reanimation erfolglos ist oder eben auch, wenn sich jemand suizidiert und da ist es unsere Aufgabe die Angehörigen zu unterstützen und zu begleiten.
00:10:04: Natürlich kann es sein dass ein Brandereignis eine Existenz so bedroht und plötzlich und unerwartet eintrifft das wir auch hier die Betroffenen unterstützen.
00:10:15: Und eines natürlich noch dazu Wir haben einen sehr unfassend sind auch im steinmarkischen Katastrophenschutzgesetz geregelt.
00:10:27: Das bedeutet, hier wenn wir auf die Zielgruppen der Betreuung schauen dann sind es einerseits hinterbliebene betroffene Angehörige aber auch und das ist uns besonders wichtig auch die Einsatzkräfte also auch die Hilfe für die Helfenden.
00:10:43: Darauf kommen wir später noch zurück.
00:10:45: was mich im Augenblick interessieren würde was passiert eigentlich in den ersten Minuten wenn ihr zu einem Einsatz gehofen werdet?
00:10:52: Also davor vielleicht noch bevor wir... Tatsächlich vor Ort kommen, die Alarmierung läuft über den Landeswanzentrale Steiermark.
00:11:00: D.h.,
00:11:00: da bekommen wir die Kontaktdaten von der Person, die uns geholt hat.
00:11:05: Das ist einmal eine ganz wichtige Rücksprache.
00:11:08: Wo ist der Treffpunkt?
00:11:09: Zum Beispiel wie lange brauchen wir, dass wir vor Ort sein können?
00:11:13: Wir haben kein Blaulicht bei der Anfahrt und wir sind immer zu zweit unterwegs.
00:11:18: das bedeutet auch hier noch einmal zu schauen Wer ist meine Kollegin mein Kollege?
00:11:23: Wie starten wir gut in dieses Einsatz geschehen.
00:11:26: Vor Ort, wenn wir dorthin kommen und da ... Wir sind sehr häufig mit der Polizei gemeinsam unterwegs.
00:11:34: Weil die Polizei ja schlechte Nachrichten überbringt.
00:11:38: Und dann können wir bei den Familien, bei den Hinterbliebenen und Betroffenen auch dort bleiben.
00:11:47: Wenn diese Nachricht überbracht wird, was sind die ersten Schritte?
00:11:51: Wir begleiten einmal.
00:11:53: Reaktionen der Menschen können ganz vielfältig sein.
00:11:58: Manche stellen sich hier vor, weil man das eher aus dem psychosozialen Bereich kennt so Beratungssettings da sitzt man rund um einen Tisch und dann wird das Gespräch geführt.
00:12:08: aber wenn wir vor Ort kommen ist es oftmals noch gar nicht möglich.
00:12:12: Die Menschen sind extrem an Stressreaktionen ausgesetzt.
00:12:18: Manches Mal erleben wir eher nach außen gekehrte Menschen die Klagen schreien weinen.
00:12:24: Es kann aber auch sein, dass jemand eher erstarrt.
00:12:27: Also sehr nach innen gerichtet ist... Es kann auch sein, dass jemand eher rational wirkt und klare Fragen stellt oder es kann auch seien das jemand seinen alltäglichen Tätigkeiten weiter nachkommt.
00:12:42: Weil es noch gar nicht möglich ist und noch gar nichts fassbar ist, was passiert ist irgendwie zu begreifen?
00:12:48: Und das sind Schutzmechanismen die den Menschen haben, die auch notwendig sind, die über unser Überleben sichern.
00:12:56: aber mit diesen Erstreaktionen gilt es einmal oder die gilt es einmal zu begleiten.
00:13:03: Und auch wir selber müssen uns erst mal zurechtfinden, wir sind ja doch sehr häufig bei den Menschen vor Ort.
00:13:10: zu Hause dürfen sie und das ist wirklich ... Das muss man sehr hoch schätzen, dass wir in diesen intimsten Momenten sich auch unterstützen und begleiten dürfen.
00:13:26: Und da wissen wir oft noch gar nicht wer ist überhaupt anwesend.
00:13:30: Wer sind diese Menschen?
00:13:31: Also auch das zurechtfinden an den Orten wo wir hinkommen und dann auch in kleinsten Schritten etwas Ordnungsstruktur hineinzubringen.
00:13:43: so geht es eigentlich weiter dass wir versuchen ein soziales Netz zu aktivieren, das gesichert ist und sich niemand alleine gelassen fühlt.
00:14:00: eine Mini-Zukunftsperspektive gemeinsam erarbeiten, da ist es immer wieder auch wichtig dass man Menschen in kleinsten Schritten wieder ins eigene Handeln bringt.
00:14:12: Dass man ihnen kleine Entscheidungen auch zumutert.
00:14:17: Das wird manchmal ein bisschen verwechselt das man dann glaubt man muss ihnen alles abnehmen und anstatt tun.
00:14:22: aber wir wissen, dass das der ganze wesentlicher Faktor ist gegen Ohnmacht Und diese Gefühle, die sehen ja gerade in diesen Situationen oft so groß und vehement da, dass es da wichtig ist gegenzusteuern.
00:14:38: Diese Selbstwirksamkeit wieder zu fördern – und die fördern wir indem wir eben dieses kleine Handeln und dieses kleine Entscheidungen wiederum ermöglichen oder anregen.
00:14:51: Was ist in so einem Moment für Betroffene eigentlich wirklich wichtig?
00:14:56: Was hilft vielleicht gar nicht?
00:14:59: Und ich möchte auch die Frage anschließen, wo ist die Grenze zwischen professioneller Distanz und Mitgefühl?
00:15:06: Weil von Feuerwehrseite wissen wir, dass das ja schon Eingangs erwähnt.
00:15:10: Die Naturkatastrophen, wo wir als Erste fort sind und helfen einen gewissen Grad an Normalität herzustellen.
00:15:19: Aber trotzdem ist es so, dass wir in gewisser Weise auch obdes erlittener Schadens oder professionell Distanz bewahren müssen.
00:15:28: Also was wirklich wichtig ist für diese Menschen in diesen Situationen, dass jemand da ist, dass sie nicht alleine gelassen werden.
00:15:37: Also jemanden an der Seite zu haben ist schon eine enorme hilfreiche Sache gerade auch bei den Einsatzkräften.
00:15:43: wenn jemand da is in Uniform und Ausrüstung dann Für die meisten Betroffenen schon einmal der große Schritt im Sinne, es ist jemand für mich da.
00:15:55: Es kommt Hilfe und Unterstützung – ich bin nicht alleine!
00:15:59: Ein weiterer wichtiger Faktor ist es den betroffenen gesicherte Informationen weiterzugeben.
00:16:07: Unser Gehirn hat gern Erklärungen.
00:16:09: Unster Gehirne ist irritiert in diesen Situationen und gesichert Informationen tragen oftmals schon sehr zu beruhigt.
00:16:18: und bei.
00:16:20: Zur Beruhigung können auch gesicherte Orte oder auch Menschen beitragen, die mir Sicherheit vermitteln.
00:16:28: Oder auch Alltagsrituale – etwas was mir vertraut ist.
00:16:33: Also all diese Dinge sind wichtig gegen diese Unsicherheit gegenzusteuern.
00:16:39: Deshalb ist es für uns auch eine große Aufgabe dann das soziale Netz zu aktivieren und zu schauen, wen braucht es auch in den nächsten Zeiten?
00:16:50: Weil in der psychosozialen Versorgung sind wir ja grundsätzlicher Überbrückungshilfe.
00:16:55: Natürlich bei komplexeren Ereignissen oder bei Risikofaktoren, Innenfamilien sind wir auch in Übergangszeiten noch da mit dem Ziel dann danach an bestehende Strukturen Beratungs- und Betreuungseinrichtungen weiter zu vermitteln.
00:17:14: Wichtig ist es, dass jeder Einsatz ein erster Einsatz ist.
00:17:18: wir damit in unserer Betreuungsarbeit steht, immer das Gegenüber im Mittelpunkt mit den Bedürfnissen des Gegenübers.
00:17:28: Also da muss man wirklich sehr sorgsam sein dass man nicht eigene Maßstäbe in irgendeiner Form anlegt.
00:17:36: und wir wissen auch, dass Menschen so ganz unterschiedlich reagieren.
00:17:41: Das sind normale Reaktionen aufgrund dieses außergewöhnlichen Ereignisses.
00:17:46: Und da nicht zu Werten, irgendetwas als richtig oder falsch einzuordnen sondern das zuzulassen und in diesen Situationen in dieser Begleitungsrolle zu bleiben – das ist ganz wichtig!
00:18:02: präsent sein im Hier und Jetzt.
00:18:05: Also da ist es wichtig, dass man die vielen Aufgaben am Schreibtisch oder andere Herausforderungen im familiären Umfeld zu Hause lässt, dass wir selber ganz gut mit beiden Beinen an Boden stehen kann um Menschen zu unterstützen.
00:18:22: Und dieses hier und jetzt ist auch deshalb so wichtig weil man damit konfrontiert ist das man nicht alles lösen kann in diesem Moment.
00:18:32: Ja, man kann und darf auch den Menschen das Leid nicht wegnehmen.
00:18:36: Das ist oftmals das Einzige was sie in diesen Situationen haben.
00:18:40: Deshalb wären auch so Vergleiche zum Beispiel oder Beschwichtigungen oder vielleicht auch Ermanungen.
00:18:49: Wir kennen diese Sätze ja im Sinne von jetzt stöde nicht so an oder jetzt musst du stark sein.
00:18:54: oder manchmal meint man Tröstende Worte werden doch hilfreich im Sinne in einem Jahr, bis zehn wird alles wieder gut oder besser sein.
00:19:03: Das sind diese Dinge die ganz in der Akutsituation sehr schwierig sind für diese Menschen.
00:19:09: Also die Zeit heilt.
00:19:10: alle wundern das wäre nicht der richtige Ansatz?
00:19:12: Genau also es ist schwierig, alles ist schwierig.
00:19:15: wir kennen das zwar sehr aus unserer Sozialisierung das Wiedergut machen wollen und den Kindern sagt man ja auch oft beruhigend Es wird wieder, es wird wieder gut.
00:19:25: Aber wenn man sich diese Heftigkeit, dieser dramatischen Ereignisse und Erfahrungen hernimmt.
00:19:31: Wenn man sie vorstellt dass zum Beispiel ein Kind verstirbt oder das jemand in der Früh aus der Haus fährt in die Arbeit und am Abend nicht mehr zurückkommt dann... kann man glaube ich auch das ganz gut nachvollziehen, dass in dieser ersten Zeit diese vermeintlichen Tröstungen nicht ankommen.
00:19:51: Dass sich Menschen dann nicht ernst genommen fühlen ja?
00:19:54: In der heutigen Zeit wo sie erleben wir auch als weniger hilfreich ist wenn Druck ausgeübt wird und es kann durchaus auch gesellschaftlich sein, es kann inner familiär sein bald wieder funktionieren muss, dass man bald wieder auch in den Alltag übertreten sollte.
00:20:12: Und das ist oft für die Menschen auch sehr schwierig und trauer kann ja auch in Wellen kommen.
00:20:18: Das heißt, man hat dazwischen vielleicht dann auch wieder Zeiten wo man sich schon gut stabilisiert was an wieder besser geht.
00:20:25: aber wir wissen alle der erste Geburtstag des Erste Weihnachten, des ersten Ostern oder der Hochzeitstag können dann auch zu emotional belastenden Situationen führen.
00:20:39: Noch einmal ganz kurz auf die Grenze zwischen der professionellen Distanz und dem mitgefüllt, das heißt zur Soundfassung kann man sagen die eigenen Probleme hinteranstellen sondern es ist wirklich der Mensch der meine Hilfe braucht steht absolut im Mittelpunkt ohne das zu wehrten oder bewährten
00:20:54: Genau.
00:20:55: Und mit dieser Distanz, da gibt es verschiedene Begrifflichkeiten die wir hier auch verwenden würden zum Beispiel diesen Unterschied zwischen Empathie und Mitgefühl also schon Mitfühlen sein aber... dem Mitleid.
00:21:10: Und da, das würde man merken als helfernde Person wenn ich plötzlich auch Reaktionen bei mir merke die eigentlich die Betroffenen haben also im Sinne von eine Lehre im Kopf mir fällt nichts mehr ein oder ich erlebe mich selber als handlungsunfähig.
00:21:26: ja dann würden wir merken und Da ist es gut, dass wir zu zweit unterwegs sein würden.
00:21:31: So was könnte auch einem Teamkollegen auffallen?
00:21:36: Dass ich selber so in eine starke Betroffenheit hinein komme... Nicht selten sind das die Situationen wo vielleicht Anknüpfungspunkte an meine eigene Lebensgeschichte habe.
00:21:46: Wo plötzlich jemand den selben Namen trägt wie zum Beispiel ein Kind von mir oder wo mich etwas an meine eigenen Lebensgeschichten herausfordernde Situationen meint.
00:21:58: Lebensgeschichte erinnert.
00:22:00: Wichtig dabei ist es aber auch und das wäre so ein Gegenpult dazu, dass man nicht zu routiniert wird also Routine in dieser Tätigkeit das nicht mehr eingehen auf das individuelle gegenüber verlauter.
00:22:18: ich muss Grenzen setzen und muss mich abgrenzen.
00:22:21: das wär so der gegenpulte auch im extrem nicht hilfreich sein wird weil's eben diese dieses einfühlsame Verstehen auch in den akut Situationen braucht.
00:22:32: Und manchmal oder mir helfen so Leitsätze, das soll jetzt nicht despektierlich gehen aber doch für sich selber zu sagen es ist nicht meine Lebensgeschichte oder wenn wir mit dem Tod konfrontiert sind auch sagen zu können, meine Aufgabe ist für die dazu sein, die weiterleben.
00:22:55: Und dadurch kriegt diese Tätigkeit schon andere Perspektive und es hilft und das stützt – und sollte es einmal sein, weil auch das kann passieren!
00:23:04: Es gibt sehr berührende Momente oftmals auch im Einsatz geschehen, oftmals dann, wenn Menschen stark sind, wenn sie Dinge schaffen trotz dieser Ausnahmesituation wo man vielleicht selber auch einmal berührt sein kann und merkt Ui.
00:23:22: jetzt kommen auch mir die Tränen.
00:23:24: Dann gilt es da wieder gut auszusteigen gut durchzuatmen vielleicht auch einmal ganz einen aktiven Schritt ein Stück zurück herauszugehen aus der Situation um dann noch wieder gut einsteigen zu können.
00:23:38: Diese berührenden Momente waren jetzt für mich das Stichwort, um zu fragen was war dein erster Einsatz und wie hat er dich geprägt?
00:23:46: Und wie gehst du persönlich mit Situationen um?
00:23:49: die einen, wirst du vorher angesprochen hast eigentlich nicht loslassen?
00:23:53: gibt es eigentlich Einsätze, die ich bis heute noch immer begleiten.
00:23:57: Ich kann mich zum Beispiel an meinen ersten Verkehrs- und vor allem bei der Feuerwehr erinnern mit sechzehn Jahren.
00:24:04: immer genauso von mir, wie es damals war.
00:24:06: Nur es belastet mich nicht mehr.
00:24:09: Ja also zu meinem ersten Einsatz geschehen das habe ich noch sehr gut in Erinnerung.
00:24:15: Damals war so dass das ein komplexeres Geschehen war.
00:24:21: Die drei verschütteten Männer nach einer Lawine, die sind auch in den Medien.
00:24:27: Deshalb kann ich das heute so erzählen.
00:24:30: vor zwanzig Jahren ist dieses Ereignis passiert und man konnte in den Medien nachlesen es war Woche davor alles erst viel Schneefall.
00:24:39: Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.
00:24:41: diese Mengen, die es damals geschneit hat Und diese drei Herren waren auf dem Weg zu einer Wildfütterung und sind damals dann verschüttet worden.
00:24:53: Von daher an sich ein für mich sehr positiver Einstieg in das Betreuungsgeschehen, weil dieser Einsatz geleitet wurde durch den fachlichen Leiter Edwin Benko, der dieses Geschehen sehr gut strukturiert und dadurch auch sehr viel Sicherheit vermittelt hat.
00:25:13: oder ist mir von damals sehr in Erinnerung geblieben, diese Momente.
00:25:18: Es war so dass die Einsatzkräfte und die Behörden sehr gut zusammengearbeitet haben.
00:25:23: Jeder hat gewusst was mein Paar ist?
00:25:26: Die Polizei, Albin Schänder-Marie war es damals noch gemeinsam mit dem Bezirkshauptmann, gemeinsam mit der Bergrettung zum Beispiel.
00:25:37: aber das Bundesheer hat sogar noch mitgewirkt und mit Hubschrauber, Dampfsonnen eingeflogen.
00:25:44: Und dann war es so dass wir dort mit sehr vielen Angehörigen gemeinsam in einem Raum waren die Einsatzleitung mit den Vertreterinnen der Einsatzorganisationen wieder aktuelle Informationen eingebracht haben.
00:26:02: Die haben alle den Raum wieder verlassen und dann hat unsere Betreuungsarbeit wieder begonnen, meistens mit einem Schweigen.
00:26:13: Das muss man auch können und lernen, Schweigen mitzutragen auszuhalten auch zu bemerken, wann ist das Schweigen?
00:26:21: Wann wird es inadequate?
00:26:23: Wanne wirds unangenehm.
00:26:25: Wann braucht's wieder
00:26:26: Worte?".
00:26:27: Aber das hat mich sehr geprägt im Sinne von man hat... auch so nicht immer die richtigen Worte.
00:26:34: Das heißt, man versucht bestmöglich das und dennoch werden wir dazu ausgebildet schon auch zu wissen was kann ich tun?
00:26:43: wie kann ich meinen Tun auch handlungsbegleitend beschreiben?
00:26:49: Was ist mir in der Krise wichtig?
00:26:51: worauf kann ich achten damit ich nicht selbst sprachlos werde.
00:26:56: also dass sehr eindrücklich mit den Strukturen mit dem funktionieren im Zusammensp... der Einsatzkräfte.
00:27:03: Und was damals dann schon sichtbar geworden ist und es hat mich auch sehr geprägt, dass es manchmal Einsätze geben kann die man noch nicht gleich abschließen kann weil diese drei Menschen schlussendlich bis Pfingsten also das ganze ist im Februar passiert.
00:27:19: einen konnte man in März schon finden und die anderen beiden zu Pfingston und da war schon ersichtlich es braucht auch eine Begleitung Unterstützung wer.
00:27:30: In dieser Zeit haben wir auch die Polizei unterstützt bei Erhebungstätigkeiten, beim Einholen von DNA und es war mir damals möglich durch die Zustimmung des Bezirks Hauptmannes, dass ich meiner Rolle als Sozialarbeiterin diese Familien begleiten und unterstützen durfte.
00:27:51: Vorstellern sich Menschen ja nicht komplett falsch vor, wenn sie an Kittland Steiermark denken.
00:27:57: Beziehungsweise schließt sich auch eine Frage an, die mich interessiert für unsere Hörerinnen und Hörers.
00:28:02: Was hast du von Menschen in extremen Situationen gelernt?
00:28:07: Also was stellen Sie sich komplett falsch voraus?
00:28:13: Wir wissen immer, was zu sagen ist oder auch wir können Menschen ganz umgehend beruhigen.
00:28:21: Das ist nicht immer so einfach und wenn man mit Menschen ... Oder wenn man generell in Krisen tätig ist, dann braucht man eine gewisse... wie soll man sagen?
00:28:33: Dann darf man auch mit sich selber nicht zu streng sein.
00:28:35: Weil in diesen Situationen können Fehler passieren.
00:28:39: Ganz wichtig ist es aber dass einem diese Fehler auffallen und wir lernen in der Ausbildung zum Beispiel gut darauf zu achten.
00:28:49: Wo steht mein Gegenüber?
00:28:51: Also die Vielfalt der Kommunikation.
00:28:53: Ist jemand eher gerade auf emotionaler Ebene unterwegs oder auf kognitiver?
00:28:59: und es ist nicht immer so, dass man das gleich erkennen mag.
00:29:02: Es kann sein, dass jemand uns immer wieder fragt was ist passiert?
00:29:08: und man antwortet sehr sachlich Ja, das war Verkehrsumfeld dort und dort.
00:29:13: Und dann kommt die Frage noch einmal und nochmal und irgendwie merkt man dann, dass es vielleicht gar nicht darum geht, Sachinformationen zu transportieren.
00:29:21: Sondern vielleicht ist es dann auch gut auf die Emotion dahinterliegend zu hören und diese mal an- und auszusprechen und zu sagen, boah!
00:29:30: Es ist unfassbar was da passiert ist.
00:29:32: ja also das lernen wir aber das ist nicht immer so einfache und wie man muss ja vorstellen wir kennen diese Menschen ja gar nicht.
00:29:39: ja also auch hier gibt es für uns auch gewisse Unsicherheiten wo wir ja mal andocken müssen wo wir uns als Angebot zur Fügung stellen und das wird immer wieder auch, ja da gibt es andere Bilder dazu eben auch im Hinblick auf Therapie oder therapeutisches Angebot.
00:29:59: Eine psychosoziale Erkutversorgung ist Basisversorgungen.
00:30:02: Es kann auch mal sein dass wir darauf achten dass die Herdplatte ausgeschaltet wird oder dass wir einmal versuchen Menschen wiederum in kleinen Schritten ins Tun zu bringen und selber um ein Glas Wasser bitten eine erste wieder anregen, die der Person vielleicht ermöglicht dass sie wieder ein kleines das bisschen Alltag oder Normalität verspüren?
00:30:29: kann sich eine kleinste Auszeit aus diesem Wahnsinn dieser Emotion dieser Stressreaktion dieser Erfahrung auch hat in diesem Moment.
00:30:39: Ja, ich denke das sind so diese Dinge wo man so eine Vorstellung hat.
00:30:45: Man könne auch, aber das ist generell, man hat so die Vorstellung, man könne Menschen immer so berechnen.
00:30:51: also ich sage immer x und y Faktor.
00:30:54: Das kennen wir auch von Räumungsübungen zum Beispiel wo man dann ja vielleicht etwas erstaunt ist wie Menschen reagieren.
00:31:02: was wir wissen ist dass Menschen auf ihre Ursprungsinstinkte zurückgreifen wenn der Druck unter Stress ganz, ganz groß wird.
00:31:10: Das heißt manche werden eher kämpferisch andere vielleicht empfinden Fluchtimpulse und andere wiederum erstaden und diesen Menschen gilt es gerecht zu werden.
00:31:21: Und da ist es manchmal vielleicht auch ein bisschen irritierend wenn wir mal neben jemanden sitzen, ohne noch viel zu sagen.
00:31:29: Wenn wir hier auch in die Begleitungsrolle kommen und mit dem rechnen viele vielleicht gerade zu Beginn nicht.
00:31:39: Wie kann ich mich eigentlich verhalten?
00:31:41: Wir haben vorhin schon ganz kurz drüber gesprochen.
00:31:42: Ich möchte es nochmal aufgreifen wenn jemand in meinem Umfeld plötzlich einen schweren Schicksalsschlag erlebt was sollte man auf keinen Fall sagen oder tun?
00:31:52: dass das vorhin kurz erwähnt Wird schon zu stimmen sein, Kopf hoch wird besser werden.
00:31:59: Ein Diana kennt keinen Schmerz und in Amios wird das Gras über die Sache gewachsen.
00:32:05: Das wird sicherlich nett sein oder?
00:32:07: Das Erste und Wesentliche, was mir einfällt ist, dass wir immer wieder Menschen schildern.
00:32:13: Dass andere die Straßenseite zum Beispiel wechseln.
00:32:16: Also das, was man sicherlich falsch machen könnte, ist wenn man plötzlich Menschen meidet ja?
00:32:21: Wenn man ihnen aus dem Weg geht.
00:32:23: aber es braucht ein gewisses Zutragen auch in sich selber, dass man sagt na ich gehe auf die Menschen in Not zu.
00:32:33: Und manche sagen dann maaaahhh... und was sage ich denn dann?
00:32:41: Manchmal reicht aber schon ein erster Satz im Sinne von Paul Stubmalat, was passiert ist.
00:32:47: Und dann einen Punkt zu machen und einmal zu warten, was kommt denn vom Gegenüber?
00:32:51: Möchte die Person reden, dann wird sie zu Reden beginnen!
00:32:55: Manche sagen aber auch, was passiert ist.
00:32:58: Aber darüber möchte ich jetzt nicht reden.
00:33:01: Auch das offen zu haben und sich hier am Gegenüber zu orientieren.
00:33:08: Aber schlimm wäre es wenn wir das Gegenüber nicht hätten.
00:33:12: Und vielleicht noch ein Spektr dazu wie Menschen sind ganz schlechte Hilfeholende und Einsatzkräfte noch schlechter kann man sagen weil wir ja anderen helfen... psychosoziale Berufe tun sie oftmals ganz schwer, sich selber Hilfe zu holen.
00:33:31: Weil dann müsste man sich eingestehen, dass man vielleicht ja mit seinem Latein am Ende ist oder dass man jetzt keine Bewältigungsmöglichkeiten mehr zur Verfügung hat.
00:33:41: Das heißt gerade auch hier wird sichtbar wie sehr wir auf andere angewiesen sind.
00:33:46: und ein Angebot der Hilfe zu kriegen das haben wir Menschen ganz gerne.
00:33:53: Wir möchten es aber auch ablehnen dürfen.
00:33:55: Manchmal ist vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt oder manchmal kriege ich das Angebot vielleicht nicht von der ganz richtigen Person, ja?
00:34:03: Oder es passt mir der Ort nicht weil rundherum große Ohren sind die alle zu hören.
00:34:09: Aber das untersucht ein Angebot der Hilfe.
00:34:12: Das nehmen wir ganz gerne an.
00:34:14: Manchmal braucht's vielleicht mehrere Versuche Und zusätzlich kommt ja noch dazu, dass ich gesehen werde.
00:34:25: Anerkennung erfahre, weil jemanden auch etwas auffällt.
00:34:29: Das heißt gerade in der Kameradschaft vielleicht einmal zu sagen Boah ich habe das schon lange nicht mehr lachen gesehen ist eh alles okay bei dir.
00:34:36: ja.
00:34:36: also man sieht wir sind soziale Wesen und wir brauchen unsere Mitmenschen Wir brauchen soziale Kontakte Und wir brauchen vor allem auch Menschen die es gut mit uns meinen Die uns nicht ausreden wollen oder etwas verharmlosen im Sinne von wow das haben wir eh schon ähnliches Einsatzgeschehen gehabt, was ist denn jetzt los?
00:34:58: Sondern das Ernst nehmen vom Gegenüber und der Sichtweise.
00:35:02: Weil wir Menschen, wir haben ein ganz subjektives Erleben von Situationen.
00:35:07: Und deshalb kann dasselbe Geschehen für die eine Person sehr herausfordernd gewesen sein und für die andere aber ganz einfach.
00:35:17: Ich sage gerne so zu sagen, interessant ist jetzt zwar weit entfernt von meiner Lebensgeschichte oder kann damit gar nichts anfangen Aber dann das Interesse zu zeigen und nachzufragen aber wie ist es denn für dich?
00:35:33: Und wie magst du ein bisschen erzählen und sehr, sehr häufig wird's dann nachvollziehbarer.
00:35:39: Man kann dadurch auch demgegenüber eine gute Stütze sein und eine gute Zuhörerin und ein guter Zuhörer.
00:35:46: Eine gute Stützen zu sein bedeutet vielleicht auch zu erkennen ob jemand gerade professioneller Hilfe braucht.
00:35:52: gibt da gewisse Signale die einen zumindest erkennen lassen dass das der Fall sein könnte?
00:36:00: Ja, also aus den Reaktionen heraus.
00:36:04: Aus den Stressreaktionen heraus von solchen Erfahrungen wissen wir dass es an sich sehr viele Reaktion gibt wo wir von normalen Reaktions aufgrund des belastenden Ereignisses sprechen würden.
00:36:16: Also ist immer schwieriger Zeitrahmen zu nennen aber so innerhalb von vier Wochen.
00:36:21: da kann schon noch mal sein das ich zum Beispiel auf körperlicher Ebene schlechter Schlafe zum Beispiel, oder dass ich mehr oder weniger Hunger verspüre.
00:36:37: Oder dass ich vielleicht auch mal Magen weh hab und Übelkeit verspürt.
00:36:42: Das kann durchaus auch in Tagenwochen danach so sein.
00:36:46: auf der emotionalen Ebene kann es sein Sorgen habe, dass ich verängstigt bin.
00:36:52: Dass ich vielleicht auch wütend oder mich ärgere über gewisse Dinge.
00:36:59: Auf der kognitiven Ebene, was unser Gehirn ausmacht müssen wir immer wieder mit einberechnen dass wir in diesen Ausnahmesituationen mit sehr vielen Sinnes eindrücken konfrontiert sind.
00:37:10: Mit Geräuschen, mit Bildern, mit Gerüchen zum Beispiel auch und unser Geirn braucht Zeit um diese vielen Sinne-Eindrücke zu verarbeiten.
00:37:23: Zusätzlich kann es sein Hängt damit zusammen, dass unsere Gehirnhälften dann nicht mehr so gut miteinander funktionieren.
00:37:32: Dass es mir schwer fällt, Worte dafür zu finden was ich erfahren habe.
00:37:37: Dass sich zu Beginn das Erleben noch gar nicht in Zusammenhänge bringen kann also... Ich hab' so Einzelteile!
00:37:44: Mir fehlen dazwischen vielleicht Informationen.
00:37:48: Dadurch lassen wir vielleicht gewisse Gedanken auch nicht mehr los.
00:37:52: Es kann sein, dass immer in diesen Stress oder Situationen oder auch danach gewisse Dinge nicht so gut merke, dass ich nicht so konzentriert bin.
00:38:01: Dass mir Entscheidungen schwerfallen.
00:38:03: Das kann eben auf dieser kognitiven Ebene noch passieren und im Verhalten.
00:38:08: Und hier kann man gut wieder aufeinander schauen was kann da passieren?
00:38:12: Dass sich jemand zum Beispiel vollkommen zurückzieht ja.
00:38:16: Dass sich jemals Isolier-Sozialkontakte meidet.
00:38:22: auch die Tätigkeiten nicht mehr aufnehmen kann, dass das Geschehen immer noch im Mittelpunkt der Gespräche steht.
00:38:30: Also man fangt irgendwie bei alltäglichen Gesprächen an und endet aber wieder mitten im Einsatz geschehen oder in dieser herausfordernden Situation.
00:38:41: Es kann sein, dass sich bei den Menschen Losigkeiten einstellen.
00:38:45: was meine ich damit?
00:38:46: Wenn jemand sagt es ist eh alles so sinnlos zum Beispiel ja Wertlosigkeit könnte man merken, wenn jemand berichtet ich kann gar nichts mehr oder sich selbst ein Zweifel stellt.
00:39:00: Schlaflosigkeit also.
00:39:02: das wären so Bereiche wo man achtsam werden kann.
00:39:06: was ist los mit dieser Person?
00:39:08: Was beschäftigt sie?
00:39:10: Wo ist sie vielleicht auch im Geschehen hängen geblieben?
00:39:13: Was könnte es noch sein in Verhalten extremes verhalten Ob das jetzt jemand ist, der plötzlich ganz extrem Sport betreibt oder das Leben herausfordert.
00:39:26: Plötzlich ungesichert gettet zum Beispiel.
00:39:29: Oder im Extrem auch in einem Konsumverhalten endet.
00:39:34: Also Suchmittelkonsum zum Beispiel oder extreme Ängste entwickeln?
00:39:38: also da könnte man schon achtsam und sorgsam sein vor allem wenn es dann zur Einschränkung wird, also wenn Menschen zum Beispiel dann Dinge vermeiden damit sie gar nicht in irgendeiner Form einen Anknüpfungspunkt an das Geschehen damals haben.
00:39:57: Wenn Sie Orte meiden, wenn Sie Umwege fahren und bei Kindern oftmals auch Entwicklungsschritte nicht mehr schaffen Bei Kindern weiß man ja, dass die auch zurückfallen können.
00:40:10: Auch das wäre normal.
00:40:12: aber dann sollte sich das wieder stabilisieren und weitere Entwicklungsschritte sollen möglich werden, dass ich zum Beispiel ein Schulabschluss schaffe oder eine leere Abschließe diese Dinge und da könnte man das schon gut bemerken.
00:40:26: Da ist irgendwas los, da passt was nicht.
00:40:29: Und auch eine gewisse zum Beispiel Schreckhaftigkeit kann auch ein Zeichen sein.
00:40:36: Menschen oft müssen auch einen körperlich erhöhten Muskeltonus haben und dann vielleicht bei anderen Situationen wieder anknüpfen.
00:40:49: Da müsste man auch einen Blick drauf haben, was passiert da wenn ich ein ähnliches Geräusch höre?
00:40:57: Wenn ich in eine ähnliche Situation komme bin ich dann wieder unmittelbar in Gefahr oder erlebe ich dann wie der Gefahr, weil da ist es ganz wichtig zu sehen wenn man ein Ereignis gut ablegen kann.
00:41:13: Wenn man eine Erfahrung... Oder was braucht's damit meine Erfahrung gut ablegnen kann?
00:41:19: Ein bisschen flapsig formuliert, wenn wir eine Gesamtgeschichte erzählen können ohne das Fragezeichen übrig bleiben dass wir das was wir erlebt haben zusammenhängend prozesshaft erzählen können, dann kann das Gehirn einen guten Platz finden.
00:41:39: Weil wir haben keine Delettaste.
00:41:42: Das heißt, wir können nichts vergessen!
00:41:44: Wir haben keine Elettaste.
00:41:45: es braucht ein guter Platz und da kann man sehen ob man's gut abgelegt hat.
00:41:52: Das bedeutet jetzt nicht dass wenn man darüber erzählt nicht vielleicht wieder den Geruch in der Nase hat oder vielleicht auch eine Emotionsspür.
00:42:02: Genau wie du siehst, wo man war.
00:42:04: Das ist alles in Ordnung.
00:42:05: Nur habe ich selber unter Kontrolle und das ist der Unterschied.
00:42:09: Kann ich selber diesen Ordner mit dieser Erfahrung wieder schließen?
00:42:13: Und wieder gut ins Regal dazu zurück hineinstellen?
00:42:17: oder passiert es mir dass diese Erfahrungen sich für selbstständig meistern in Situationen wo es gar nicht brauchen kann Wo ich dann wieder unsicher bin, wo vielleicht auch handlungsunfähig werde weil des Gehirns entscheiden kann.
00:42:33: Zu dem Zeitpunkt damals sind das Überlebensstrategien, aber danach bin ich ja wieder in Sicherheit und von daher, wenn so etwas passieren würde, würde ich auf jeden Fall anraten professionelle Hilfe in Anspruch
00:42:46: zu
00:42:46: nehmen.".
00:42:47: Du hast ein sehr schönes Bild mit der Delete-Taster, also mit der Löschentaster gezeichnet.
00:42:53: auch Helfer brauchen Hilfe.
00:42:55: gibt es eigentlich Unterstützung für die Helferinnen selbst, also sprich jetzt für euch selbst vom Git Land Steiermark.
00:43:01: Also für uns Feuerwehren?
00:43:02: und wie kommen wir dazu?
00:43:04: Ja da kann ich ja gut anknüpfen an diesen Geschichten... Geschichten, Erzählungen, Erklärungen.
00:43:12: Unser Gehirn braucht Erklärung und Geschichtenerzählung.
00:43:15: Und da sieht man schon wie wichtig und wesentlich es auch für die Helfenden ist über diese Erfahrungen sprechen zu können.
00:43:25: Es gibt unter dieser Begrifflichkeit der Stressverarbeitung nach belastenden Ereignissen oder Erfahrungen strukturierte oder strukturiert geführte Gesprächsangebote die unserem Gehirn behilflich sein sollen, genau diese Erzählungen, Erklärungen zu finden.
00:43:47: Damit man aus Fragezeichen, die eventuell entstanden sind auch Rufzeichen machen kann und schlussendlich dann hoffentlich auch ein Hacker drunter setzen kann.
00:43:57: unter dieser Erfahrung.
00:43:58: Und so gesehen ist mir immer wichtig zu sagen oder wir verwenden auch diesen Überschrifter geht es darum gesunde Gesundheit zu erhalten.
00:44:07: Das wäre auch etwas, wo man wirklich vorsichtig sein muss.
00:44:10: Dass man diese Angebote nicht zu sehr psychologisiert, dass man nicht davon ausgeht mir muss schon ganz schlecht gehen oder mich muss etwas sehr belasten um Hilfe in Anspruch zu nehmen.
00:44:23: Nein da geht es jetzt wirklich darum Erstens einmal diese Fragezeichen aufzulösen.
00:44:31: und wenn ich bei unseren Großeinsätzen denke, oftmals leite ich diese Einsätze ja auch.
00:44:37: Dann wird es so sichtbar in Fragen der einzelnen Mitarbeiterinnen, der einzelne psychosozialen Akutbetreuerinnen die an ganz verschiedenen unterschiedlichen Orten tätig sind und dadurch nicht das Gesamtbild des Ereignisses haben.
00:44:53: Und da tun sich manchmal Fragen auch wieso ist und die Entscheidung so oder so getroffen worden, oder wieso ist es so oder abgelaufen?
00:45:03: Und gerade auch letztes Jahr nach dem Skurshooting war es uns ganz wichtig das Gesamtgeschehen so aufzubereiten dass jede und jeder der da im Einsatz mitgewirkt hat.
00:45:16: Das Gesamtbild sieht um diese Entscheidungen auch nachvollziehen zu können zu sehen, auch das anzuerkennen und wertzuschätzen dass jede und jeder den einzelnen Beitrag leistet aber dass es auch dieses große Gesamte gibt.
00:45:36: Und das ist ganz wesentlich da gut drauf zu schauen und so sind diese Gespräche auch aufgesetzt dass man das Gesamtbild des Einsatzes bekommt, dass man noch einmal eintaucht in das Geschehen aber dann auch wieder gut auftaucht gut darauf achtet.
00:45:54: Was habe ich denn schon gemeistert?
00:45:56: Welche Reaktionen habe ich vielleicht bei mir auch bemerkt, welche Gedanken beschäftigen mich noch.
00:46:02: Aber dann ist immer im Fokus zu schauen was brauche ich und wie kann sich die Gruppe – wir können sich die Einzelnen wieder gegenseitig stütze sein um wieder gut in den nächsten Einsatz gehen zu können.
00:46:14: Das ist das Ziel von diesen Hilfsangeboten unter dem Überbegriff dieses SVE.
00:46:24: eine gemischte Gruppe an jenen, die diese Gespräche führen und da ist dieses Systematik so aufgebaut dass es einerseits schon psychosoziale Fachkräfte gibt.
00:46:35: Wer schon mal mit Gruppen gearbeitet hat war's glaube ich ganz gut, dass das da eine Dynamik entstehen kann und dass man da auch gut Regeln braucht oder vielleicht auch das ein oder andere Mal moderierend eingreifen muss.
00:46:52: Zusätzlich braucht es auch die wichtige Funktion der PS.
00:46:56: die sich in diesem Feld, wo dann diese Unterstützungangebote auch durchgeführt werden sehr gut auskennen.
00:47:03: Die sogenannte Insider-Wissen haben ja und dadurch nochmal ganz anders Fragen stellen können, auch einen ganz anderen Beitrag leisten können in diesen Gesprächen.
00:47:16: Und in diesem Zusammenspiel der psychosozialen Fachkräfte, die sich vielleicht weniger gut auskehnen aber eben für den Ablauf Die Struktur der Gespräche sorgen, die auch erkennen sollten welches Werkzeug eingesetzt wird.
00:47:33: Also was ist da noch wichtig?
00:47:35: Und zwar gibt es verschiedene Methodiken der Gesprächsführung und das kommt auch darauf an zu welchem Zeitpunkt bin ich zum Beispiel bei den Helfenden.
00:47:45: Ist es noch ganz akut dann wird so sein dass das Adrenalin noch so stark da ist eine ausführliche Nachbesprechung zu machen.
00:47:58: Viele Menschen, viele Helfende wollen nach Hause.
00:48:02: Es ist zwar wichtig sicherzustellen wie kommen sie nachhause?
00:48:06: Es ist wichtig sicher zu stellen dass sie nicht allein sind.
00:48:10: aber hier könnte zum Beispiel eine Großgruppeninformation so würden wir das nennen hilfreich sein die dazu da es aufzuzeigen welche gesicherten Informationen, was wissen wir?
00:48:23: Also noch einmal zu sagen, was ist passiert um Gerüchten vorzubeugen.
00:48:28: Um Tratsch hintanzustellen und dann auch zu zeigen, was wäre heute wichtig zu tun?
00:48:35: ja und wie geht es weiter?
00:48:37: Also, wie sind die nächsten Schritte?
00:48:38: Zum Beispiel könnte es sein und übermorgen gibt's dann noch einmal ausführliche Einsatznachbesprechung.
00:48:44: Da brauchen unser Gehirn schon,
00:48:46: d.h.,
00:48:46: da braucht unsere Gehirne dazwischen ein bisschen Erholung.
00:48:49: Das sollte der Adrenalinspiegel auch schon abgesunken sein, dass wir uns zu diesen Einsatznachtbesprechungen zusammensetzen.
00:48:59: Was ist da noch wichtig, dass nur die Menschen in dieser Nachbesprechung sitzen, die tatsächlich vor Ort im Geschehen waren?
00:49:07: Weil wenn ich nicht dabei war habe ganz ein anderen Zugang.
00:49:11: Das kann schon sein das immer gezielt auch... in den Zeiten danach von jemandem nach Meinung eine Rückmeldung einholen, der nicht dabei war.
00:49:22: Aber bei diesem Stressmanagement da geht es darum dass die dabei waren das erlebt haben damit zu keinen Irritationen kommt.
00:49:32: Denk du kennst das auch, die nicht dabei waren?
00:49:34: Die wissen oft Dinge oder sehen Dinge anders.
00:49:37: Man muss aber immer wieder darauf schauen wie war es zu dem Zeitpunkt wo wir in dieser Situation waren.
00:49:43: Da gibt's ja umgangssprachlich diesen Satz nachher sind wir immer gescheiter und der würde hier auch zutragen kommen.
00:49:50: Das wäre das eine.
00:49:51: und das zweite.
00:49:52: was noch dazukommt ist dass wir gut achten müssen, dass wir andere mit Bildern eindrücken im Detail versorgen hätte, weil er nicht dabei war und das ist immer wieder... Auch Aufgabe der Fachkraft, darauf gut zu achten.
00:50:09: Jemanden vielleicht auch anerkennend wertschätzen, da mal zu stoppen in seinen Erzählungen.
00:50:14: Manchmal kann das ein Hinweis darauf sein dass jemand doch sehr betroffen ist von der Erfahrung die er oder sie gemacht hat vom Geschehen und den Umständen aus dem Geschehn heraus.
00:50:26: Und hier würde es sich vielleicht dann auch noch einmal anbieten einen Einzelgespräch zu führen um hier nochmal individueller auf erleben und die Situation der einzelnen, helfenden Personen auch einzugehen.
00:50:39: Vielleicht... Was haben wir noch im Kriseninterventionsteam?
00:50:42: Da ist es so, dass wir verschiedene Strukturen aufgebaut haben als Sicherheitsnetze.
00:50:49: Ich habe vorher schon erwähnt, wir sind zu zweit im Geschehen und dann gibt's bei uns auch einen fachlichen Hintergrunddienst.
00:50:56: Neben der Landeswandzentrale die ein wesentlicher Partner in den Sinne der Alarmierung unter Technik ist, haben wir an dem fachliche Hintergrund Dienst als Coachingfunktion als Backoffice für das Team, das im Einsatz ist.
00:51:13: Da kann man auch einmal nachbesprechen – ganz unmittelbar nach dem Geschehen!
00:51:18: Man hat dagegen über das einem zuhört und wir haben auch das Angebot von Supervisionen.
00:51:24: Das heißt bei uns Einsatzerfahrungsaustausch wird unter dieser Überschrift die Schmunzel da gerade ein bisschen, weil bei Supervision haben wir oft gehört ich brauche nichts mir geht es eh gut.
00:51:38: Aber auch hier wäre es wichtig, über gut gelungenes zu reden oder diese Erfahrungen zu teilen.
00:51:45: Seitdem es bei uns Einsatzerfahrungsaustausch heißt, kommen die einzelnen Kit-Mitarbeiterinnen und nutzen dieses Angebot
00:51:54: an.
00:51:54: Was noch einmal konkret auch für die Feuerwehren festzumachen, ein traumatisches Erlebnis könnte beispielsweise seitwürdig ein Verkehrsunfall.
00:52:01: Jemand bekannt oder vielleicht selbst ein Feuerwehrmitglied das betroffen war – da hat dann der Einsatzleiter die Möglichkeit über die Landesleitszentrale im Überregelfall Hilfe anzufordert.
00:52:11: Das geht dann über die Landeswahnsinnterale und ihr geht es in den Einsatz.
00:52:15: ist so richtig zusammengefasst?
00:52:17: Ja genau, das ist die Vorgehensweise.
00:52:19: Das heißt die Einsatzleitere in der Einsatzleiter die Führungskraft bei den helfenden Systemen und natürlich auch bei der Feuerwehr haben die Möglichkeit hier zu alarmieren anzufordern.
00:52:31: uns ist es dann ganz wichtig dass wir schon gut abklären.
00:52:36: durch die Hintergrundbereitschaft auch waren ist ein guter Zeitpunkt dieses Gesprächs zu führen.
00:52:42: Die Feuerwehren haben ja Gott sei Dank auch gute Räumliche Möglichkeiten, dass man auch einen guten Ort hat um diese Nachbesprechungen zu führen.
00:52:51: Wer soll dabei sein?
00:52:53: Ja also da gibt es ein paar Fragen die im Vorfeld schon abgeklärt werden weil wir uns ist immer wichtig das wir uns an den Bedarfen und Bedürfnissen der Feuerwehr in der Helfenden orientieren.
00:53:03: Weil's macht keinen Sinn wenn ich sage ich kann jetzt nur dann oder dann sondern da ist ganz wesentlich dass das auch gut funktionieren kann vielleicht hier noch wesentlich zu sagen Es ist ein Angebot und bitte einmal zu viel anfordern als zu wenig.
00:53:18: Für uns ist das überhaupt kein Problem, sollte es auch einmal sein dass dann nur ein zwei Kameradinnen vor Ort sind oder kommen oder dieses Angebot auch nun nützen wollen.
00:53:29: Das ist wirklich kein Thema.
00:53:31: vielleicht ein kleiner Hinweis noch weil ich das erlebe immer wieder ein bisschen als Eigentor wenn man zum Beispiel fragt wer braucht denn was ja oder wem?
00:53:41: geht's nicht so gut wir würden uns wünschen.
00:53:45: Und das funktioniert in vielen Situationen schon sehr, sehr gut.
00:53:48: Dass das Ereignis ausschlaggebend ist ja ebenso wie du das auch geschildert hast da habe ich jemanden gekannt oder es ist ein Kamerad der verunglückt ist oder es waren Kinder oder sind Kinder verstorben und es waren sehr viele.
00:54:06: die Umstände des Todes waren belastend dass man dann tatsächlich sagt Das war jetzt das Eereignis.
00:54:11: das haben wir erlebt das haben Wir auch gemeistert.
00:54:14: Aber aus diesem Grund fordern wir Hilfe und Unterstützung an, weil es eben total schwierig ist.
00:54:21: Was man noch dazu sagen muss, es gibt auch sehr viele die gute Copping-Strategien haben und sehr gut mit herausfordernden Situationen umgehen können.
00:54:31: Und auch das ist ja ein wesentlicher Schutzschild für die Einsatzkräfte.
00:54:35: Sie sind supergut ausgebildet!
00:54:37: Die Erfahrung macht was aus.
00:54:40: Ja, die Einsatzerfahrung, die auseinandersetzung mit so Situationen.
00:54:45: Da haben Einsatzkräften ganz große Schutzschilde gegenüber der Durchschnittsbevölkerung.
00:54:51: Das ist so die eine Seite und von daher darf man es auch nicht übertreiben mit diesen.
00:54:57: Jetzt holen wir immer und überall, aber gerade da wenn man schon sieht das war jetzt ein Ereignis dass auch für uns außerhalb der Norm war was für uns als Einsatzkräfte Herausforderung war dann würde ich wirklich empfehlen zu sagen holen sie jemandem gehen wir ins Gespräch schauen wir dass wir das erleben dass wir einen guten Platz dafür finden um auch wieder gut in das nächste geschehen gut gestärkt in das nächste Geschehen gehen zu können.
00:55:23: Ich möchte auch deswegen unser Gespräch, unser Beidergespräch mit etwas positivem beschließen was gibt dir eigentlich Hoffnung obwohl du in deinem Ton so viel schwerer siehst?
00:55:34: warum lohnt sich deinen Job trotzdem?
00:55:38: Also was mir gleich zu Beginn einfällt ist dass wir so schnell rasch unbürokratisch Hilfe anbieten können.
00:55:47: und als meinen Beruf als Sozialarbeiterin bin ich oft gewohnt, dass es gar nicht so einfach ist an Hilfeleistungen heranzukommen.
00:55:57: Dass oft die Schwellen sehr groß sind und das Menschen oftmals auf der Suche sind und dann zu erleben, dass das so schnell rasch unmittelbar möglich ist, Menschen in Not zu unterstützen oder zu begleiten.
00:56:12: Da merkt man wirklich diese sinnvolle Tätigkeit dieses Erleben von Menschen in Ausnahmesituationen, wie viel sie schaffen können.
00:56:23: Also das ist immer wieder sehr bemerkenswert, wie viele Stärke Menschen oft entwickeln ja?
00:56:32: Wie gut Sie dann gegenseitig aufeinanderschauen können, wie man erleben darf dass man füreinander da ist, oftmals auch in der Nachbarschaft unter den Einsatzkräften und in der Kameradschaft da sind.
00:56:48: Dann auch das Erleben in manchen Familien kann durchaus auch konfliktreich sein, aber wenn sowas Außergewöhnliches passiert dann ist der Zusammenhalt wieder groß da und es wird so spürbar und erlebbar.
00:57:05: Das ist das eine.
00:57:06: auf der anderen Seite darf ich immer noch eine Organisation weiterentwickeln.
00:57:13: Und da bin ich sehr dankbar, da meinen Beitrag auch leisten zu dürfen dafür Sorge zu tragen dass das ehrenamtliche die ja sehr viel Zeit und Engagement investieren auch gute Rahmenbedienungen vorfinden.
00:57:26: und da braucht es auch ein stetiges tun und ein stätiges dran bleiben um hier auf diesen Rahmen sicherstellen zu können.
00:57:36: und in diesem Miteinander Da muss ich auch sagen, ist es sehr wertvoll dass wir so eine Vielfalt unter den Ehrenamtlichen haben.
00:57:45: Es gibt so viele verschiedene Kompetenzen und da gibt's ein gegenseitiges Lernen voneinander lernen und füreinander da sein Und das stimmt mir immer wieder sehr zuversichtlich.
00:57:57: man hört ja doch in der Öffentlichkeit, dass die Menschen immer mehr ich bezogen werden.
00:58:05: Dass sehr viele zuerst einmal fragen was habe ich für Nutzen oder was hab' ich davon das?
00:58:11: Oder das zu tun?
00:58:12: und gerade im ehrenamtlichen Kontext erlebe ich es so häufig, dass da sehr viel investiert wird ohne diese Fragen vorabzustellen sondern dass dieses wir so im Mittelpunkt steht Und dafür lohnt es sich, noch weiter lange Zeit hoffentlich tätig sein zu
00:58:34: können.
00:58:35: Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für dich!
00:58:38: Danke dir, danke
00:58:39: Thomas!
00:58:43: Manche Bilder, manche Gedanken und manche Gefühle bleiben länger.
00:58:47: Cornelia Forstner zeigt wie wichtig es ist darüber zu reden – für Betroffene, für Angehörige … uns natürlich genauso für unsere Einsatzkräfte.
00:58:56: Kitzland-Steirmark lasse dabei eine Arbeit die oft im Hintergrund passiert Aber wohl für viele Menschen unglaublich wertvoll ist.
00:59:02: Schnell, unbürokratisch und vor allem menschlich.
00:59:05: Vielleicht bleibt euch heute vor allem eines – Hilfe anzunehmen!
00:59:10: Ist kein Zeichen von Schwäche.
00:59:13: Ganz im Gegenteil.
00:59:14: Sondern manchmal genau der Schritt, der hilft wieder halt zu finden.
00:59:18: Und damit sagen Tomaya und Gregorio Valtel danke fürs Zuhören.
00:59:22: Passt auf euch auf und wir alle aufeinander.
00:59:25: Bis zum nächsten Mal!
00:59:34: Die steigischen Feuerwehr nachrichten.
00:59:36: Für dich, immer nah dran, kurzweilig und informativ!
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